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Warum Dich andere Menschen nerven – und was das über Dich verrät

Wie Du mit der Erkenntnis lebst, dass andere Dein Spiegel sind

Hast Du Dich jemals gefragt, warum derselbe Mensch bei Dir Wut auslöst und bei Deinem Kollegen nur ein müdes Schulterzucken?

Derselbe Chef.

Dieselbe Bemerkung.

Derselbe Augenblick.

Du siehst einen Kontrollfreak. Dein Kollege sieht eine fokussierte Führungskraft. Du empfindest Ablehnung. Er empfindet Respekt.

Wer hat recht?

Ihr beide – und keiner von euch.

Denn das, was Du wahrnimmst, ist nie die Realität. Es ist Deine Realität. Gefiltert. Verzerrt. Gefärbt durch alles, was Du bist und was Dich vermeintlich auszumachen scheint.

Schauen wir uns also einmal an, warum wir Menschen oft falsch einschätzen – warum wir uns selbst manchmal nicht erkennen – und wie wir damit aufhören, uns durch falsche Spiegel täuschen zu lassen.

Die Illusion der Objektivität

Wir glauben, wir sehen die Welt, wie sie ist.

Doch das stimmt nicht.

Stell Dir vor, Du gehst durch einen Wald. Alles ist voller Gerüche, voller Geräusche und Lichtreflexe. Dein Gehirn verarbeitet davon bewusst nur einen Bruchteil – etwa 0,1 Prozent. Was passiert mit dem Rest? Der wird gefiltert. Weggeblendet. Als unwichtig eingestuft, bevor Du überhaupt wusstest, dass er existiert.

Und das ist nur der Anfang.

Denn auch diese 0,1 Prozent, die uns bewusst erreichen, werden gefiltert. Deine Amygdala fragt: Gefahr oder Sicherheit? Dein Hippocampus durchsucht das Archiv: Habe ich das schon mal erlebt? Dein präfrontaler Cortex interpretiert: Was bedeutet das für mich?

Bevor Du überhaupt die Chance bekommst, über das, was Du siehst, nachzudenken, hat Dein Gehirn längst entschieden, was Du sehen darfst.

Das, was Du als „Realität“ bezeichnest, ist ein Konstrukt. Ein Modell. Eine Simulation, die Dein Gehirn erstellt, basierend auf:

  • Deiner Biologie

  • Deiner Vergangenheit

  • Deinen Überzeugungen

  • Deinen Ängsten

  • Deinen Freuden

  • und vielem mehr

Du siehst nicht die Welt, wie sie ist. Du siehst sie, wie Dein Gehirn sie Dir zeigt.

Die vier Filter Deiner Wahrnehmung

Lass uns etwas tiefer graben. Denn das, was Dich in Beziehungen, im Job, im Alltag täuscht, ist kein einzelner Filter. Es sind nahezu unendlich viele. Und diese lassen sich in vier Schichten unterteilen.

Der neurologische Filter

Dein Gehirn hat nur einen einzigen Auftrag: Dein – oder besser gesagt ‚sein‘ – Überleben. Es geht nicht darum, die Wahrheit zu erkennen. Nicht darum, zu denken. (Auch wenn es das immerzu tut). Es will einfach nur überleben.

Um diesem Auftrag gerecht zu werden, filtert es dauerhaft nach Bedrohung. Und nach Vertrautem. Nach dem, was es schnell kategorisieren kann, ohne es „an Dich weiterreichen zu müssen“.

Wenn Du einen Menschen siehst, der laut spricht, reagiert Dein Nervensystem, bevor Dein Verstand begreift, was passiert. Vielleicht wird Dein Puls schneller. Vielleicht ziehst Du Dich zurück. Vielleicht wirst Du aggressiv. Oder etwas ganz anderes.

Objektiv passiert dabei dasselbe Ereignis, mit vollkommen verschiedenen Reaktionen. Es spricht Deine Amygdala (das Angstzentrum des Gehirns), die sagt: Kenne ich das? Ist das gefährlich?

Sie antwortet aus Deiner Vergangenheit. Aus dem Lehrer, der geschrien hat. Aus dem Vater, der nie zufrieden war. Aus der Situation, die Du selbst längst vergessen hast – Dein Körper aber nicht.

Sie antwortet auch aus dem, was Dich evolutionär am Leben hält – selbst dann, wenn dies heutzutage keine Gefahr mehr für Dich darstellt. Sie arbeitet nach strikten Regeln, unabhängig von den tatsächlichen Umständen.

Der neurologische Filter ist Dein ältester Wächter – aber oft auch Dein größter Widersacher.

Der kulturelle Filter

Wie definierst Du Erfolg?

Ist es Geld? Anerkennung? Freiheit? Familie?

Was immer Du gerade dachtest – das ist keine universelle Wahrheit. Keine allgemeingültige Antwort, die so sein muss. Es ist eine kulturelle Programmierung.

Du wurdest in eine Welt geboren, die eine kulturelle Überzeugung darüber hat, was gut und böse ist. Was höflich und unhöflich ist. Was normal und abnormal ist. Diese Regeln wurden anfänglich gewiss diskutiert und es hatte einen guten Grund, sich dafür zu entscheiden. Doch dann? Dann wurden sie nur noch übertragen. Durch Blicke. Durch Bestrafung und Belohnung. Durch das stille Einverständnis aller. Durch die Reaktion auf das, was sich für uns vielleicht in dem Moment natürlich angefühlt hat.

Dadurch hast auch Du sie verinnerlicht.

Deswegen empfindest Du Scham, wenn Du „falsch“ handelst – selbst wenn niemand zuschaut. Deswegen strebst Du nach Zielen, die Du nie hinterfragt hast. Deswegen wertest Du Menschen nach Maßstäben, die Du nie aktiv gewählt hast.

Der kulturelle Filter ist so unsichtbar wie die Luft, die Du atmest. Und er fühlt sich genauso notwendig für das eigene Überleben an, wenn man bewusst den Blick darauf wendet.

Aber er ist nicht die Wahrheit.

Er ist nur die Wahrheit einer Kultur.

Verstehe das bitte richtig. Es geht darum, diese Filter erkennen zu können und sich bewusst zu sein, dass sie da sind. Es steht völlig außer Frage, dass der kulturelle Filter einen Zweck erfüllt, der über die Einzelperson hinausgeht und viele vorwiegend moralisch/ethische Fragen beinhaltet. Aber darum geht es in unserer Betrachtung hier nicht.

Der biografische Filter

Lass uns ein kurzes Gedankenexperiment machen.

Stell Dir vor, zwei Menschen betreten einen Raum voller Menschen. Es ist derselbe Raum. Es sind dieselben Menschen. Es herrscht dieselbe Atmosphäre.

Der eine spürt Aufregung. Doch der andere, der spürt Angst.

Wie kann das sein?

Weil einer in Räumen voller Menschen immer bejubelt wurde. Und der andere? Der wurde immer ausgelacht.

Deine Biografie ist ein Filter aus Erinnerungen. Aus Wunden, die nie verheilten – oder vernarbten. Aus Triumphen, die Dich prägten. Aus Momenten, die Dein Weltbild formten.

Der neue Chef, der Dich anstarrt, aktiviert vielleicht den Vater, der nie zufrieden war. Die Kollegin, die Dich kritisiert, triggert vielleicht die Lehrerin, die Dich demütigte. Der Partner, der Dir den Rücken kehrt, weckt vielleicht eine Verlustangst, die seit Deiner Kindheit in Dir schlummert.

Du reagierst dabei nicht auf das, was ist – sondern auf das, was war.

Auf das, was tief in Dir gespeichert wurde. Auf das, was Du nie wirklich verarbeitet hast.

Der biografische Filter ist Dein emotionaler Schatten. Er folgt Dir überallhin. Und er entscheidet mit, was Du siehst.

Der Glaubensfilter

Ein unbequemer Filter.

Denn dieser Filter betrifft Deine tiefste Überzeugung darüber, wer Du bist und was das Leben bedeutet.

Es gibt Menschen, die glauben: Dies ist mein einziges Leben. Ich muss es auskosten. Jeder Moment zählt. Danach ist es vorbei.

Und es gibt Menschen, die glauben: Dies ist eine von vielen Stationen. Ich bin auf einer Reise. Trotz allem zählt jeder Moment auf dieser Reise. Auch wenn es nicht endgültig ist.

Natürlich gibt es auch noch alles dazwischen.

Alle Glaubenssysteme sind gültig. Alle haben ihre Konsequenzen.

Wer an nur dieses eine Leben glaubt, wird anders entscheiden. Andere Risiken eingehen. Andere Kompromisse machen. Er wird vielleicht schneller leben, intensiver genießen, ängstlicher um Sicherheit ringen.

Wer an mehr glaubt, wird wieder andere Entscheidungen treffen. Langfristiger denken. Andere Fehler zulassen. Er wird vielleicht geduldiger sein, aber auch passiver.

Und beide werden denselben Chef anders sehen.

Der eine sieht ein Hindernis auf seinem Weg. Der andere sieht vielleicht einen Lehrer auf einer langen Reise.

Wer hat recht?

Es gibt keine objektive Antwort auf diese Frage. Es gibt nur Deine Antwort. Deinen Glauben. Deinen Filter.

Wenn Du tiefer in dieses Thema einsteigen möchtest, habe ich in einem früheren Newsletter über Karma geschrieben – ein Thema, das eng verwoben mit unserer gefilterten Wahrnehmung ist.

Der Spiegel-Effekt: Warum andere Deine Projektionen sind

Zurück zum Anfang. Zurück zu Deinem Chef.

Du siehst einen Kontrollfreak. Dein Kollege sieht eine Führungskraft.

Was ist die Wahrheit?

Die Wahrheit ist: Ihr seht beide nicht den Menschen euch gegenüber. Ihr seht euch selbst.

Das ist das Paradoxon der Wahrnehmung: Andere Menschen sind unsere Spiegel.

Was Du in ihnen wahrnimmst, existiert in Dir. Was Dich an ihnen stört, stört Dich an Dir selbst. Was Du an ihnen bewunderst, bewunderst Du in Dir – oder wünschst es Dir für Dich.

Sigmund Freud nannte das Projektion. Carl Jung nannte es den Schatten. Beide beschrieben aber denselben Mechanismus:

Wir schieben das, was wir in uns nicht ertragen können, nach außen. Auf andere. Auf die Welt. Auf den Chef, der „offensichtlich“ das Problem ist.

Aber er ist nicht das Problem.

Er ist nur Dein Projektor.

Lass mich das etwas spezifizieren

Wählen wir unsere beiden Protagonisten: Sarah und Tom.

Sarah und Tom arbeiten im selben Team. Beide haben ihr erstes Meeting mit dem neuen Teamleiter, Markus. Markus kommt pünktlich, schüttelt jedem die Hand und legt im Meeting den Fokus auf Effizienz, klare Ziele und schnelle Entscheidungen.

Nach dem Meeting passiert das folgende:

Sarah denkt sich: „Typischer Kontrollfreak. Wahrscheinlich ein Narzisst, der alle unterbuttern will. So einen hatte ich schon mal. Das wird nicht gut enden.”

Tom dagegen denkt: „Endlich jemand, der mal wieder Struktur reinbringt. Der weiß, was er will. Ich habe das Gefühl, von dem kann ich was lernen.”

Beide haben den gleichen Markus kennengelernt. Beide waren im gleichen Meeting dabei und haben das vermeintlich Gleiche gesehen.

Aber Sarah und Tom sehen zwei verschiedene Menschen.

Warum ist das so?

Lass uns dazu einen Blick auf die Hintergründe der beiden werfen:

Sarah wurde in einer strengen Familie groß. Ihr Vater war dominant, kritisch und niemals zufrieden. Als Markus Effizienz einforderte, verband Sarah das direkt mit ihrem Vater – unbewusst. Sie verspürte keine Neugier, sondern Angst – die Angst, dass ihr Vater niemals zufrieden mit ihr war. Und diese Angst projiziert sie nun auf Markus.

Tom hingegen wuchs mit chaotischen Eltern auf. Ständig gab es Unsicherheit und wechselnde Pläne. Auf nichts, was scheinbar feststand, konnte er sich verlassen. Dadurch entwickelte Tom eine Sehnsucht nach Halt. Nach jemandem, der Klarheit schafft und diese auch einhält. Nach der Struktur, die Markus in seinem Meeting so sehr thematisierte. Dadurch entstand bei Tom nicht das Gefühl der Bedrohung, sondern der Erleichterung.

Beide sahen in Markus das, was in ihnen selbst lebendig war.

Sarah sah ihre verdrängte Angst vor Autorität und Tom seine Sehnsucht nach Orientierung.

Nichts davon hat mit Markus zu tun. Er ist nur der Spiegel der beiden Realitäten.

Drei Fragen für eine Veränderung

Du weißt jetzt, dass Deine Wahrnehmung keine objektive Wahrheit ist – oder Du hast zumindest die Idee davon, dass es so sein könnte.

Aber Wissen allein verändert nichts. Was zählt, ist die Anwendung.

Deshalb möchte ich Dir noch ein Werkzeug mit an die Hand geben, das Dir helfen soll, Dein Wissen auch anwenden zu können. Es handelt sich um drei Fragen, die Du Dir stellen kannst, sobald Du merkst, dass eine Reaktion in Dir hochkommt. Sobald jemand Dich „ärgert“. Sobald Du jemanden „nicht ausstehen kannst“.

Frage 1: Was genau stört mich an dieser Person?

Wir wollen hierbei keine oberflächlichen Antworten haben. Es geht nicht darum, diese Frage mit „Er ist ein Idiot.“ oder Ähnlichem zu beantworten. Was stört Dich genau? Was ist es, wenn Du objektiv darauf schauen würdest? Ist es sein Tonfall? Seine Art zu sprechen? Sein „Handeln“? Verlangt er vielleicht zu viel? Macht er nicht das, was ihr besprochen habt? Was ist es, das Dich stört?

Frage 2: Wann habe ich mich selbst so verhalten?

Das ist die schwierigste der drei Fragen. Denn wir möchten uns nicht „genauso“ sehen, wie wir das störende Verhalten der anderen Person gerade sehen. Aber überlege einmal – und sei dabei ehrlich zu Dir.

Wenn sie Dich ignoriert – wann hast Du jemanden ignoriert?

Wenn sie Dich kontrolliert – wann hast Du kontrolliert?

Wenn sie arrogant wirkt – wann warst Du arrogant?

Es gibt immer einen Moment, in dem wir uns genauso verhalten haben.

Frage 3: Was spiegelt diese Person in mir?

Das ist die tiefste der drei Fragen. Sie führt Dich zu Deinem Schatten. Zu dem, was Du in Dir verdrängt hast.

Vielleicht spiegelt der arrogante Kollege Deine eigene Unsicherheit.

Vielleicht spiegelt die lästige Nachbarin Deine verdrängte Wut.

Vielleicht spiegelt der faule Partner Deine eigene Passivität.

Andere Menschen zeigen Dir, was Du nicht sehen willst.

Das ist ihr Geschenk an Dich.

Wenn Du mehr über Gelassenheit erfahren willst – ohne dabei in Gleichgültigkeit zu verfallen – dann findest Du auch dazu meinen letzten Newsletter.

Was Du davon in Deinem Leben hast

In Beziehungen

Du wirst aufhören, andere zu bewerten. Denn Du weißt: Dein Urteil sagt mehr über Dich aus als über sie.

Du wirst aufhören, nach dem „perfekten Partner“ zu suchen. Denn Du weißt: Jeder Partner ist Dein Lehrer. Jeder zeigt Dir Deine blinden Flecken – wenn Du bereit bist, Dich darauf einzulassen.

Und wenn eine Beziehung endet? Du wirst nicht mehr nur den anderen schuldig sprechen. Du wirst Dich fragen: Was hat diese Person in mir gespiegelt? Was habe ich über mich gelernt?

Im Beruf

Du wirst Konflikte mit Kollegen anders angehen. Du siehst sie nicht mehr direkt als persönliche Angriffe. Natürlich werden sie Dich – je nach Art und Weise – im ersten Moment weiterhin verletzen, aber Du wirst mehr darin sehen.

Wenn Dich jemand wütend macht, wirst Du nicht mehr stumpf reagieren. Du wirst Dich fragen: Was reagiert hier in mir? Was wird berührt?

Und Du wirst erstaunt sein, wie viele „schwierige Menschen“ plötzlich zu Lehrern und wie viele „Probleme“ plötzlich zu Chancen werden. Klar, auch das passiert nicht von jetzt auf gleich, aber es werden immer mehr werden.

In der Selbstwahrnehmung

Du wirst Dich selbst verstehen.

Du wirst verstehen, warum Du manche Menschen magst und andere nicht. Warum Du in bestimmten Situationen reagierst wie ein kleines Kind. Warum Dich manche Dinge triggern, die objektiv betrachtet harmlos sind.

Du wirst Deine Filter erkennen. Deine Projektionen und Deinen Schatten.

Und denk daran: Allein das Licht der Erkenntnis löst viele Themen direkt auf. Allein dadurch, dass uns dieses Muster bewusst wird, fängt es schon an, sich zu lösen.

Dein persönlicher Wahrnehmungs-Check

Lass uns eine kleine Übung machen. Nimm Dir 15 Minuten, ein Blatt Papier und einen Stift.

Schritt 1: Denke an eine Person, die Dich in letzter Zeit gestört hat. Jemanden, der Dir „zu schaffen gemacht hat“. Jemanden, bei dem Du eine emotionale Reaktion hattest.

Schritt 2: Beschreibe in drei Sätzen, was Dich konkret stört. Verallgemeinere es nicht, indem Du schreibst: „Der ist doof.“, sondern (beispielsweise!) „Ich störe mich daran, dass er meine Ideen immer kritisiert, ohne eigene Vorschläge zu machen.“

Schritt 3: Beantworte die drei Fragen aus dem vorherigen Abschnitt. Schreibe alles auf, was Dir in den Sinn kommt. Sei ehrlich – niemand außer Dir wird das lesen. Es gibt kein Richtig oder Falsch.

Schritt 4: Suche nach dem Spiegel. Was könnte diese Person in Dir zeigen? Was in Dir reagiert? Welcher Teil in Dir, springt genau darauf an?

Schritt 5: Definiere einen kleinen Experimentierschritt für zukünftige Situationen dieser Art. Wie könntest Du das nächste Mal anders reagieren? Was könntest Du ausprobieren? Dir wird das vermutlich die ersten Male nicht gelingen. Doch das ist kein Problem, denn Du wirst Dich immer öfter daran erinnern, dass Du ein bestimmtes Verhalten in diesen Situationen ausprobieren wolltest. Und irgendwann gelingt es Dir dann.

Mach diesen Wahrnehmungs-Check einmal. Nur einmal.

Und beobachte, was passiert.

Das Fazit

Lass uns abermals einen Bogen zum Anfang schlagen.

“Ich bin nicht das, was ich von mir denke. Ich bin nicht das, was du von mir denkst. Ich bin das, was ich denke, dass du von mir denkst.”

Charles Horton Cooley - Soziologe

Wir sind nicht nur das, was andere von uns denken. Wir sind das, was wir denken, dass andere von uns denken.

Wir leben in einem Haus aus Spiegeln. Gefangen zwischen eigenen Projektionen und der Angst vor fremden Urteilen. Eng verwoben mit unseren Identifikationen – die uns am Ende auch wieder nur leiden lassen.

Über einen möglichen Ausweg haben wir zusammen gesprochen:

Erkenne die Spiegel und erkenne Deine Filter. Erkenne, dass alles, was Du wahrnimmst, durch Dich hindurchgeht.

Und dann fängst Du an, bewusst zu wählen. Wir durchbrechen dadurch den Automatismus, der auf eine Projektion reagiert, und wählen aus der Erkenntnis der Situation.

Andere sind nicht unsere Feinde – sie sind unsere Lehrer. Egal, ob wir sie als solche sehen, oder nicht. Wir müssen nur bereit sein, hinzuschauen, und diese Perspektive zulassen können.

Im Grunde ist das auch Einsteins Aussage in dem berühmten Ausspruch:

Es gibt zwei Arten sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles eines. Ich glaube an Letzteres.

Albert Einstein

Peace.